Berliner Blick




Frauen gelten als sanft, Männer als kraftvoll

©(bluestone ag)

Experimente mit Dirigenten zeigen Bestand von Stereotypisierungen

US-Forscher haben nachgewiesen, dass Menschen immer noch nach geschlechtsspezifischen Stereotypen urteilen. Eine Gruppe von Studenten sollte sich klassische Musik anhören. Den Studenten wurde gesagt, dass bestimmte musikalische Werke von Frauen und andere von Männern produziert wurden. Die Probanden bewerteten die "weibliche" Musik ganz anders als die "männliche".

Über- und Unterordnung

Die klassischen Stücke, die von Männern dirigiert wurden, wurden als kraftvoll tituliert. Wenn eine Frau das Orchester dirigiert hatte, wurde die Musik als sanft bezeichnet. Zudem wurde die "weibliche" Musik als weniger qualitativ erachtet. In einem zweiten Experiment haben die Forscher die Testpersonen über die Dirigenten detaillierter informiert als nur das Geschlecht zu nennen. So berichteten die Wissenschaftler ausführlich über den Werdegang und die Kompetenz der Dirigenten und Dirigentinnen.

Mit der personalisierten Information im Hinterkopf wurden die Dirigentinnen plötzlich anders bewertet: Ihre Musik wurde sowohl als sanft als auch als kraftvoll bezeichnet. Es sollte hinterfragt werden, warum weibliche Werte oder vermeitliche Eigenschaften schlechter bewertet werden als männliche, meint Diana Jaffé, die Begründerin des Gender Marketings http://bluestoneag.sharepoint.com . "Kein Geschlecht ist über- oder untergeordnet", sagt sie im pressetext-Gespräch.

Gleichberechtigung gefordert

Die Unterschiede der Geschlechter sollten vielmehr zelebriert werden. "Ich bin unbedingt dafür, dass jedes Individuum nach seinen speziellen Talenten gefördert wird", sagt Jaffé. Die biologischen Voraussetzungen sollten nicht ignoriert werden. Jaffé beschäftigt sich mit geschlechtsspezifischem Konsumentenverhalten.

Gender Marketing widerspreche nicht dem Prinzip der Gleichberechtigung: "Solange die Unterschiede zwischen Frauen und Männern als das begriffen werden, was sie sind: Verschiedenheit ohne das Attribut von Unter- oder Überlegenheit. Gleichstellung ist keinesfalls gleichbedeutend mit Gleichmacherei. Gleichstellung erfordert vor allem eines: den Respekt vor den Besonderheiten des jeweils anderen", so Jaffé.


Ein Beitrag von: www.pressetext.com

aktualisiert am 18. 02. 2013